Freitag, 01.06.2012

Kapitel 9: Près de la fin mes chers amis!

Bonsoir, guten Abend liebe Gemeinde!

Dies ist wohl der vorletzte Blogeintrag. So schnell kann das also gehen.

Gerade jetzt tut sich hier noch mal so einiges.

Ich habe die Nachbarn aus dem 1. Stock kennen gelernt. Ein wilder Haufen könnte man sagen. Es war am 01.06. - Fête des voisins. Eine Ur-französische Sache. Gedacht ist es als Kennenlernmöglichkeit für alle, die in einem Haus / Viertel / Dorf / Stadt etc. wohnen. Lern doch mal die Nachbarn kennen. Eine gute Idee! Bei uns im "immeuble" haben eigentlich nur ich und der wilde Haufen mitgemacht, bei der Fête des voisins ... In großen Städten wird es wohl nicht so angenommen. Dafür kenne ich jetzt 6 Verrückte (aber nur 2 davon sind meine Nachbarn), die sich als travailleurs acrobatiques betätigen - bei uns nennt sich der Beruf Industriekletterer. Ich bin noch mal glimpflich davon gekommen, fast hätte ich mich von deren Balkon auf meine Terasse abseilen müssen - jetzt werde ich mich dafür wohl Mittwoch das erste Mal an einer Kletterwand versuchen. Obwohl! Nicht einer - der größten in Europa, wie mir versichert wurde. Bin ich froh, dass das Profis sind...

Ich habs getan und nächsten Mittwoch gleich wieder! Gestern um 2100 habe ich eine 14m hohe Wand bezwungen, mehrmals. Anschauen wo und wie genau könnt ihr euch das auf der Homepage von Le Mur de Lyon. Ein bisschen Muskelkater habe ich in den Schultern und den Armen, sonst war es einfach nur super. Abgesehen vom Adrenalin ist es sehr ganzheitlich und man muss auch nicht selten seinen Kopf benutzen um den besten Weg nach oben zu finden.

Dann werde ich mich natürlich noch gebührend von meinen lieben Kollegen verabschieden - mit Kässpatzen. Das gibt sicher auch noch mal schöne Bilder - auch für euch!

Und zu guter Letzt ist die Heimreise schon geplant. Mein Bester wird hergeflogen kommen und dann ein paar Tage bleiben - ihr ahnt: Fotos werden auch da folgen - um dann mit mir die Heimreise mit der guten, alten Gitte anzutreten. Vorher muss ich mein Französisch allerdings noch einmal unter Beweis stellen, denn die Autobatterie ist nach dem rumgestehe sowas von leer, dass ich da mal in die nächste Werkstatt pilgern muss. 

Also - ein Eintrag kommt sicher noch. Der Abschied wird nicht leicht - ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich von meinen lieben Franzosen schon gehört hab: "Warum bleibst du nicht - ist doch viel besser hier und du machst dich für eine Deutsch gar nicht schlecht!" (der geneigte Leser denke sich hier bitte das Augenzwinkern dazu!) Und sie haben nicht Unrecht. Frankreich ist durchaus ein Land, vielleicht das Land, in dem zu Leben ich mir ohne weiteres vorstellen könnte! Quel amour la France.

Na ja, reden wir erst mal noch nicht davon, es gibt noch 3 Wochen voller weiterer Abenteuer mit gutem Wein und lecker französischer Küche! Zur Einstimmung trotzdem ein schönes Lied, das mir da in den Sinn kommt: La FIN

Fühlt euch umarmt und gedrückt - Bisous aus Lyon

eure Bettina

Montag, 14.05.2012

Kapitel 8: Sommer, Sonne und Besuch

Bonjour chers amis, chers collègues!

Ca va?

Noch ein paar Neuigkeiten für euch bevor auch der Mai schon wieder vorüber ist!

Maiglöckchen

Sommer, Sonne... war Anfang Mai vielleicht etwas voreilig getitelt. Während ihr in Deutschland mitunter Nachts und Morgens wieder mit wenigen Graden auskommen müsst geht es hier etwas milder zu, allerdings momentan auch nicht sommerlich! Die 30°C sind fast schon wieder vergessen und es weht eine starke Brise, wie immer. Selbst bei den 30°C hatte man nicht unbedingt den Eindruck, dass man vergehen muss, es war eher angenehm. Im Moment trage ich wieder Schal (und den habe ich hier gekauft, da ich kurzsichtigerweise nur mit 2 Tüchern im Gepäck angereist bin!).

Ich habe mal 3 Fotos von einem Teil meines Arbeitsweges geschossen - sehr malerisch. Da merkt man eben, dass ich in der Champagne arbeite:

Goldregen Ein Weg gesäumt mit... ...schönen lila Blümchen!

Offiziell befinde ich mich jetzt im Merkollande-Frankreich und freue mich darüber. Die ersten positiven Nachrichten werden verlautbart: Sonnenseite von Herrn Alt

Der Antrittsbesuch war ja auch schon - schöne Bilder. Auf die Deutsch-Französische Zusammenarbeit und Freundschaft! Lächelnd

Quel amour les deux

"Gerade" hatte ich noch Besuch - für eine ganze Woche. Heute (16.05) werden wir Sebastians Geburtstag feiern und zudem steht, dank Feiertag, dem Feiern nichts im Wege.

Es finden ab heute bis Sonntag Les nuits sonnores statt. Ein Elektrofestival - was mir natürlich extrem entgegenkommt. Es ist soviel geboten, dass ich gar nicht weiss wohin. U.a. Sascha Funke, Caribou und Modeselektor... Vielleicht folge ich ja einfach meinen Ohren?! --> Teaser

Den Ohren folgen war eine gute Idee - wir haben getanzt, teilweise im Regen.

Im Rathaus Innenhof.... trotz Regenschauern und weiter in der Innenstadt! Wahnsinns Kulisse für ein Electro-Open-Air-Event

Zu Sebastians Geburtstag, gab es wieder traditionelles Lyonaiser Essen: Schnecken, Andouillette und Tête de Veau. Inzwischen bin ich mit allen Wassern gewaschen und wenn man offen für Innereien ist, sollte man sich hier einfach trauen alles zu probieren! Erweitert den Horizont!

und das sind nur die Toiletten!

Ansonsten möchte ich euch auch an unserem dekadenten Picknick teilhaben lassen. Abends in der Sonne am Quai de Saône eingenommen. Was man eben so braucht zum (Über-)leben: Saucisson, Zungenwurst, zweierlei Käse, Baguette, Wein (aus der Séléction Chabal!) und ein paar Trauben. Fertig ist der schöne Abend. Ach ja - Bilder vom Stadtrundgang auch noch...

Bescheiden... ist nicht so unseres! Chabal schon! und Pubs sind auch toll! Kultur! Erbe aus den Zeiten der Römer... Aussichten Entdeckungen Draufsichten Alte Ansichten ;) Frühstück mit Tunken oder doch Brunch? Vitalisierend Fertig zum Erkunden Zufrieden mit Schnaps und immer wieder - Fourvière

Da fällt mir ein, etwas, das ich hier bemerkenswert finde und unter dem Kapitel "Land und Leute" erzählen möchte, ist das "Familienleben à la francaise". Allerorts sieht man, vor allem junge / jüngere, Väter ihre Kleinen in den Kindergarten / die Schule bringen. Viel mehr als bei uns. Mutti arbeitet nach einem halben Jahr ja auch selbstverständlich wieder! Außerdem sehe ich beim Joggen am Wochenende ganze 5-köpfige Familien von ca. 4 - 40 Jahren, die zusammen joggen gehen - noch nie etwas Ähnliches bei uns beobachtet! Überhaupt wird in Frankreich noch recht streng erzogen, da wird ausgeschimpft. Ich glaube da bildet sich dann auch der Charme aus, in der frühen Kindheit, wenn Kind versucht Mama und Papa wieder milde zu stimmen! Ich durfte den Nachbarsjungen vor 2 Wochenenden live in Action erleben, wie er den ganzen Innenhof aus Trotz und um Maman zu ärgern mit dem frisch erlernten "bösen" Wort beschallte: "Putain!". Zur Aufklärung über das ominöse, böse und (zugegebenermaßen) recht schmutzige Wort, welches nichtsdestotrotz in aller Munde und unüberhörbar überall von jedem ausgesprochen wird, zu betreiben hier ein Link zu einem fantastischen Youtube-Video einer verrückt-liebenswerten Amerikanerin, die über französische Eigenheiten aufklärt.

Ach und hier noch ein Beweisfoto, wie das hier alles schick emanzipiert ist:

Business-Papa um 08:30 im Regen mit Kinderwagen... normal halt.

So denn, genieße ich mal die letzten Sonnenstrahlen eines der letzten Maitage. Langsam kommt schon das Ende der Reise nahe und es fühlt sich wiederum surreal an. Ein kurzer Heimaturlaub hat dieses Gefühl noch bestärkt. Da isst man Butterbreze zum Frühstück und Abends steht man in der französischen Abendsonne. Kleine Welt.

Irgendwo über der Schweiz...

Und dann noch der Kater... vom Wochenende...  Das Baby... und die Bina.

À bientôt und bis sehr bald!

Eure Bettina

Sonntag, 06.05.2012

Kapitel 7: Veränderungen, die Wahl, Musik...

Bonjour mes amis!

Ich schreibe euch heute endlich mal wieder - an einem folgenschweren Tag! 

Heute ist die 2. Wahlrunde. Hollande vs. Sarkozy! Mein coloc war schon wählen. Es sieht ja alles ganz gut für Holland aus, trotzdem bin ich noch gespannt. Einige werden hier mehr oder weniger kurzentschlossen eine Bauchentscheidung in der Wahlkabine treffen. Das Wetter ist gut und die Wahlbeteiligung liegt schon mal 2 Prozentpunkte über der beim 1. Wahlgang. Heute Abend gibt es die Ergebnisse. Ich hoffe auf ordentlich Kontra für Mme Merkel Zwinkernd Und dann bin ich tatsächlich gespannt, wie die Nachrichten etc. so in "echt" sind, denn gerade kann man sagen, dass Frankreich eine politische Pause hatte und sich alles nur um den Wahlkampf gedreht hat. Derzeitiges Ergebnis: Hollande mit wohl 52%!

Es gab hier ein finales Duell der beiden und da wurde Hollande gefragt, was er für ein Präsident wäre. "Moi president de la république..." Das hat er recht oft gesagt und es wurde gebetsmühlenartig überall heruntergeleiert und in allen Nachrichten wiedergegeben. Daraufhin hat es so 'nen leichten Kultstatus erlangt und wurde dementsprechend auch durch den Kakao gezogen. Mein persönlicher Favorit ist eine Version zusammen mit DaftPunk: Moi président

Außerdem muss ich verkünden, dass auch ich eine neue Richtung einschlagen werde - damit Hand in Hand einher geht die Tatsache, dass mein Aufenthalt hier in Lyon sich verkürzt. Ich werde schon ab Anfang Juli wieder in good, old A-town sein! 

Hier im Wahlkampf der Sozialisten war der Wahlspruch: Le changement c'est maintenant. Also quasi der Wechsel/ die Veränderung ist jetzt! Daher kommt dann auch: Cette année nous changeons tous! (Dieses Jahr ändern wir alles!).

Dies wurde wiederum verhohnepiepelt - Cette année nous changeons tous - même les chaussures (dieses Jahr wechseln wir alles - selbst die Schuhe).

Ich nehme den Spruch jedoch jetzt mal für mich her: cette année je change beacoup - même mon boulot, mon domicile et peut-être un peut ma vie!

Aber genug davon jetzt - hin zur Kultur und den schönen Dingen des Lebens!

Ich habe mir für diesen Blogeintrag überlegt, dass ich euch einerseits etwas französische Musik bescheren möchte und andererseits gibt es neue schicke Bilder von einem ganz großen architektonisch-stadtplanerischen Meisterstück: Confluence. Also dem Zusammenfluss von Rhône und Saônne. Da ist ein rießiger Konsumtempel entstanden, aber auch Wohnblöcke, die sehr futuristisch anmuten. Im ganzen Areal gibt es gratis Confluence-Internet. Also W-Lan. Das ist hier in Frankreich echt praktisch. An vielen Ecken gratis W-Lan und ab gehts. McDoof zB ist auch dabei. 

Seht selbst - bin fast schon stolz auf meine Leistung als Fotografin!

auf der Rolltreppe... futuristisch Ruheinseln kleiner Hafen fährt auch mal ein ellenlanger Güterzug durch... und er fährt und fährt... kurze Pause für die Fotografin der Himmel konnte sich nicht entscheiden Sonne und Wolken - sehr schön!

Und dann fällt mir auf - ich habe etwas illegales getan. Keine Ahnung warum es verboten ist - aber ich hab es trotzdem getan! (Punkt 1 auf der Liste)

Die knallharten Vorschriften im Confluence... dafür komm ich ins Gefängnis!

Am Freitag hatte ich das große Vergnügen endlich mal wieder richtig tanzen zu gehen und das in einer echt ganz schick-hippen Boite de nuit (Kiste der Nacht - frei übersetzt Cool).

Mein lieber Kollege Thibaud hatte mich eingeladen - ich nenne ihn liebevoll: mon petit! Auf jeden fall waren wir im Docks40 - auch ein Teil von Confluence. 

Hier mal die Bilder - leider nur mit dem iPhone geschossen, aber etwas Stimmung kommt dabei schon rum.

  noch mehr Confluence Das Docks40

Party mit Thibaud!

Ja - so ist das. Feiern muss man auch von Zeit zu Zeit!

Jetzt zur versprochenen Musik. Ich sag immer dazu was für eine Richtung etc. und hoffe ich kann den ein oder anderen für die ein oder ander Band/Künstler gewinnen. Dafür biete ich auch eine gute Auswahl - ihr werdet schon sehen! Ach, die Musik betreffend würd ich mich auch SEHR über Kommentare eurerseits freuen und wer für mich noch nen Tipp bzgl. franz. Musik hat, der möge mir den doch mitteilen! 

Und ab geht's:

Ich könnte chronologisch vorgehen und mit Indochine anfangen. Die sind schon "uralt" und der Sänger ist jetzt auch wieder raus aus dem Gefängnis... Sehr dramatisch wohl, war so ein bisschen Unfall und auch etwas Totschlag an seiner Frau und dafür saß er die letzten Jahre ein. Jetzt macht die Band wieder Musik - soviel nebenher. 

Mein Liebling: J'ai demandé à la lune

und der Abenteurer... voll 80s!

Eines der ersten Lieder aus dem Radio, das ich irgendwie sehr gerne mag soll hier auch seinen Platz haben. Marcelle von Jean-Louis Aubert.

Ich könnte jetzt ja auch die scheidende Première-Dame als Exempel heranziehen, aber ehrlich - die bellisima Carla ist eig. Italienerin und sie singt nicht soooo supi. Wer will youtubet das also besser selber - ich empfehle: Raphael, encore une minute und die alten Nacktbilder!

Bekannt für ihren Vater, aber längst schon selbst 'ne große Nummer ist Charlotte Gainsbourg. The songs that she sings... Tochter von Serge Gainsbourg und Jane Birkin. Oui, je t'aime. Schauspielerin und seit ihrem 2. Album auch selbstbewusst genug in der Vatersprache zu singen.

Dann jetzt etwas, dass einem einfach gute Laune machen muss. Ich stell euch gleich mal 2 Gruppen vor, die eine gewisse Ähnlichkeit haben. Macht die Augen zu und stellt euch vor ihr sitzt in der Sonne, mit mir in Lyon und wir trinken ein Glas, essen leckere Saucisson...

Mein Favorit - La Rue Kétanou... Man sagt auf Französisch "on est sur la rue" also man ist auf der Straße. Diese Jungs meinen aber: "nous sommes pas sur la rue - c'est la rue qu'est a nous" Wer das versteht, darf sich freuen Zunge raus. Außerdem freuen die Texte wohl vor allem die Herren in der Runde. Ihr hört und lest gleich warum: Prenons la vie,  Du redest zu viel!, Sie ist schön...ihre Hände, ihr Gesicht, ihre Brüste und erst ihr Hintern Für die Französisch-Profis unter euch habe ich dann noch das letzte Lied von den Jungs - eine Ode an die Wörter und das Wortspiel (Bsp: Schlüsselwörter für die Gefangenen... der Rest funktioniert nur mit dem franz. Wort für Wort - "mot")

Und dann noch ein schönes Lied von Louise Attaque.

Jetzt noch eine zuckersüße Frauenstimme, die man auch bei uns kennt: Coeur de Pirate. Sie singt ganz zart und leise und die Texte sind sehr schön... Hier das Lied "Comme des enfants" - heißt wie die Kinder...

Davon gibts auch einen nicht ganz so ruhigen Mix, welchen ich sehr gerne habe... und über den ich auf die Band gekommen bin, die eigentlich aus dem Rahmen fällt: le Matos. Ganz schön geiler Electro! ABER - Ach weh! Es sind "nur" Franco-Canadier! Wen das jetzt nicht zu sehr schockiert und auch denen eine Chance geben möchte kann sich dieses gute Stück Electro-Kunst anhören!

Ansonsten nenne ich hier jetzt nur noch ein paar Namen, alte wie neue, bekannte wie weniger bekannte in Deutschland, und wer Lust hat guckt sich im world wide web selber um: ZAZ, Le corps mince de Francoise, Mylène Farmer, Stromae, Benjamin Biolay, Yann Tiersen, Sefyu (Rap), Irie Révoltés...

Bref - jetzt ist es spät geworden und ich habe recht viel geschrieben - ich hoffe ihr habt Spaß und auch etwas französisches Feeling zu hause.

Eine Zugabe gebe ich noch, weil morgen Montag ist und wir wieder alle an die Arbeit müssen: Travailler von Irie Révoltés

Bisous de Lyon - vous me manquez

Bettina

Samstag, 21.04.2012

Kapitel 6: Alltägliches, mehr Fotos, Lyon bei Regen und das erste Rugbymatch!

Guten Tag liebe Gemeinde!

Es ist doch schon wieder etwas her, dass ich geschrieben habe, allein die Muse hat gefehlt. Außerdem arbeite ich doch immer recht lang und dann habe ich das Joggen doch glatt wieder für mich entdeckt. Abgesehen davon, dass ich eine sehr schöne Strecke entlang der Rhône vor der Haustür habe, ist es auch ein schöner Ausgleich, des Abends... nur nicht zu spät los, sonst muss ich doch noch Pfefferspray kaufen. Die Franzosen können schon aufdringlich werden. Echt!

Tschakka nach 50 Min und 8 km

Sonst plätschert das Leben sehr schön vor sich hin. Arbeiten, mit den Kollegen etwas trinken gehen. Laufen um das gute Essen auszugleichen und immer mal wieder kleine Entdeckungen.

zb der McSunday hier mit Erdnusssplittern! Schmeckt!

Gerade lässt das Wetter ganz schön zu wünschen übrig. Das Spiel LOU gegen Bayonne habe ich gerade im Regen angesehen...

Ich, auf der Westseite - mit meinem lieben Chef: Bernard Die LOU - leider ganz unten in der Tabelle Action!

Dafür schreibe ich gerade in der Sonne auf der Terrasse. Ja, es ist April. Dennoch habe ich letzte Woche Samstag eine 2-stündigen Spaziergang durch Vieux-Lyon gemacht. Das Gute daran: kaum einer ist so verrückt da unterwegs zu sein. Die Altstadt gehörte also quasi mir und der Kamera! Bitte, seht selbst:

Gut gerüstet gehen den Regen... Darum: JOGGEN! Die berühmten Marionetten Sehr berühmte sogar! Wer kennt ihn nicht? Bei Saint-Jean habe ich einen Jungen entdeckt, der Fourvière auch toll findet.

Damit starte ich jetzt erst mal in den Samstag Abend! Wünsche euch noch ein schönes WE und bis bald!

Bisous, eure Bina

Montag, 09.04.2012

Kapitel 5: Der erste Besuch und Parc de Tête d'Or - und ein bisschen Paris

Salut!

Mit Schrecken lese ich, dass es über Ostern zu Hause geschneit hat! Incroyable! 

Hier hatte ich zwar auch das "schlechteste" Wetter seit meiner Ankunft, aber es ist immer noch Sonnenbrillenwetter und in der Sonne wird es schön warm. Die Kräuter auf der Terrasse wachsen prächtig! Ich erkunde weiter die Stadt und habe auch fleißig weitere Fourvière-Fotos geschossen.

Zudem habe ich die letzte Woche von Montag bis Donnerstag in Paris auf der EnR verbracht. Das war schön, alle Kollegen auf einem Haufen und das erste Mal mit Kunden auf Französisch sprechen. 

Die Eindrücke:

Das TGV-Fahren ist auch etwas ganz nettes... Allein, es ist bitterkalt drin (Klimaanlage sei Dank) und die Ansagestimme macht einen verrückt! Oh - und man muss sein Ticket stempeln, danach wird es dann aber vom Schaffner noch mal abgestempelt. Die spinnen etwas, die Franzosen und ich musste noch mal zurück, da ich nicht gestempelt hatte. Again, what learned!

Wie dem auch sei! Ich habe sehr viel Spass gehabt! Wir waren zwei mal sehr, sehr gut Essen in "La Villa Corse". Korsischer Rotwein kann ganz schön was und der Rest auch!

Zudem habe ich mich noch im Duplex rumgetrieben für eine Nacht! Party und Tanzen - gratis. Ich mag Dienstreisen wirklich!

Und besonders gefreut hat mich, dass ich meinen ersten Besuch hatte! Die Stadtführungen müssen noch besser werden, aber im Großen und Ganzen, denke ich habe ich meinen Job nicht schlecht gemacht!

Wir sind durch die Stadt, über jeden Fluss, in den Parc de Tête d'Or (inkl. Zoo und Bootanischem Garten) und wir waren fein Essen im "Cuisine & Dépandances". Auch das Velo'v haben wir ausprobiert...

Station am Place de Bellecour

Aussicht vom Bistro am Rand der Saône - chère Fourvière Eine kleine Stärkung in den letzten Sonnenstrahlen Bier und Charcuterie Eine Französin? Man weiß es nicht!

Trotz Regen, auch des Abends in der Innenstadt im Café 203 gleich kommt der Burger!

Unser Wein - schwer aber fein

Die Osterüberraschung zum Abschied... Französische Küchlein!

Vom Parc werde ich euch noch Fotos nachreichen - ich denke ich werde dort noch ein Paar machen!

Und hier dann noch die neuesten Fotos, die ich versprochen hatte - vielleicht wärmen euch die Sonnenscheinbilder ja!

Die Pont de l'Université - mit dem Gockel, dem französischenAm Quai der Rhône Am Place Bellecour Voilà Fourvière und noch mal weil sie so schön ist! Celestine Überall blüht es, auch in der Einkaufsmeile

So, das solls für heute gewesen sein! Ich wünsche euch, einen schönen Abend und bis bald!

Donnerstag, 29.03.2012

Kapitel 4: Bienvenue et Mont d'Or

Bonsoir meine Lieben zu Hause!

Via Spiegelonline bekomme ich mit, dass sich in Deutschland Großes tut! Harald Schmidt wird abgesetzt und die FDP ist irgendwie Pleite heißt es da...

Hier gucke ich ja mehr französisches Fernsehe und höre die lokalen Radiosender (die ich übrings im Großen und Ganzen besser finde als unsere - ausgenommen FM4 und egoFM natürlich) und als online Infoquelle nutze ich le monde fr. Hier ist alles beherrscht vom Wahlkampf und zu meiner Ankunft natürlich dem Mörder von Toulouse. Marine LePenn hat das wirklich ausgenutzt und die sagt Sachen, dass es einem vergeht... ich denke ich bin für Holland - wobei der recht farblos ist. Man wird sehen. Sarkozy (hier liebevoll Sarko genannt) wird übrigens als Merkel-hörig verspottet und verhöhnt! 

Eine Sendung von Canals + "Les guignols de l'Info" ist dabei einer meiner Lieblinge. Hier eine sehr schöne Folge: http://www.youtube.com/watch?v=T2oGOV1bp9g

Zurück zum Leben in Lyon. Julien hat ein paar seiner Freunde eingeladen auf einen Apéro (Apéro: man trinkt zusammen und snackt ein paar Nüsse, Chips, usw., meist folgt auf den Apéro, dann das richtige Essen). Ich habe Kässpatzen gemacht, die allgemein sehr gelobt wurden und eine Bestellung für einen Spätzlehobel habe ich auch schon Zunge raus. Ich denke, ich beginne jetzt mit der echten Unterwanderung unserer Nachbarn...

Außerdem habe ich zum ersten Mal, noch während dem Urlaub, meinen Plan in die Tat umgesetzt und bin mit dem Rad zur Arbeit. Der erste Teil des Weges ist wunderschön zu fahren, an der Saône entlang, doch ab dem Gare de Vaise wird es etwas komplizierter. Kurz und Gut: statt der ursprünglich geplanten 45 Minuten hat mein erstes Mal zur Arbeit radeln etwa 2,5 Stunden gedauert. Dafür habe ich viele Dörfer in der näheren Gegend kennen gelernt und einige Hügel bezwungen! Der Rückweg hat dann nur noch etwa eine Stunde gedauert, auch da fand ich den Weg nicht sofort... dafür weiss ich nun wo gegen Abend die käufliche Liebe ihren Platz hat. Aber wenn man nett fragt, helfen einem auch diese Damen gerne weiter und sagen einem den richtigen Weg.

Rechts bei dem Kran etwa waren die Damen - und ich.

Ungefähr bei dem Kran rechts war ich etwas verloren...

Soviel zum Bievenue meines lieben Coloc meinem Tripp in die Champagne de Mont d'Or!

Bis zum nächsten Mal,

eure Bina

 

Dienstag, 27.03.2012

Kapitel 3: Angekommen im Leben

Guten Abend zusammen,

ich glaube langsam sagen zu können, dass ich etwas angekommen bin im echten Leben "comme lyonnaise".

Was heißt das genau?

Nun ich spreche wesentlich mehr Französisch als Deutsch ;) , werde nicht gleich als Deutsche erkannt und man attestiert mir doch gutes Französisch.

Und tatsächlich reicht es super um im Alltag klar zukommen! Ich war auf der Post, das ist wirklich erwähnenswert - mein Rat: lasst es sein wenn ihr könnt! Das sind wahre Beamten und man fühlt sich in einer LANGEN Schlange mit schreienden Kindern nicht wirklich wohl...

Andererseits gibt es natürlich auch die schönen Seiten des normalen Alltags: da wäre zB das vélo'v - eine gute Sache! Das sind sehr sehr viel Stationen von Leihfahrrädern. Alles was man braucht ist eine Visa-Karte und ab geht die Post. Das rettet vielleicht nicht Leben, aber definitiv die armen Füße, wenn man angetrunken des Nachts in nicht ganz so bequemen Schuhen heim will! 

Überhaupt kann man eigentlich sehr gut Rad fahren hier - allerdings sollte man sich auf keinen Fall an die Regeln halten oder denken, dass das ein anderer tut!

Und wo wir schon bei angetrunkenen Nächten sind: ich habe bereits 3 Bars, auch Pubs (sprich püüübb) genannt, besucht. Zuerst, das RED HOUSE, ein Pub ohne Cider, dafür mit live Musik englischer Hits von Franzosen mit "leichtem" Akzent wiedergegeben - daher Bewertung: geht so. Danach ab ins Kaffee Berlin. Ein Stück Heimat fast schon. Und außerdem: INDIE! Volle Punktzahl gibt es für den "Sex on the Spree"! Eindrücke davon gibt es hier:

Heute war dann auch der erste Tag, an dem ich mich in der Arbeit habe blicken lassen. Ich kam gegen 09h15 an und bin gegen 19h10 gegangen... das wird wohl Normalität werden - von wegen in Frankreich wird nicht gearbeitet. Ich mag meine Kollegen und ich denke, dass wir uns die 6 Monate gut verstehen werden. Trotz meiner großen Pläne bin ich heute erst mal mit der Métro und dem Bus gefahren - um sicher zu gehen, dass ich auch pünktlich bin.

Was soll ich sagen - man fühlt sich schon ein bisschen wichtig und grossstädterisch, wenn man da in seinen schickeren Klamotten, Notebook in passender Tasche, durch den Berufsverkehr pflügt.

Die Zugtickets für Paris nächste Woche sind inzwischen auch gekauft. Das erste Mal TGV - ma gucken wie sich das so anfühlt! Am Montag geht es auf, bis Donnerstag ist lächeln und technische Fragen auf der EnR beantworten angesagt!

Und jetzt ein intimes Geständnis: am Wochende hatte ich auch das erste mal einen "einsamen Moment". Soll heißen: mir fehlt meine Mama, mon mec, mein Freunde und Kollegen. Daheim ist immer was los, hier kann man schon mal in ein Loch fallen - trotz allem Neuen und des wirklich immer wieder faszinierenden Anblicks der Lyoner Skyline (Fotos davon zu allen Tageszeiten werde ich noch machen, versprochen).

Immerhin, mein Coloc ist für mich da. Das wird meinerseits belohnt, mit einem schönen Sonntagsfrühstück, für das ich extra zum Bäcker bin!

 

Und noch einen Mitbewohner habe ich dazu bekommen - Mme Pigeon! Eine flügellahme Taube, die in unserem Innehof wohnt und von Julien und mir mit Wasser und Brot versorgt wird!

Soweit von mir! Ich wünsch euch eine gute Zeit - bis bald!

Donnerstag, 22.03.2012

Kapitel 2: Pied à pied - die ersten Schritte in Lyon, der Mitbewohner etc.

Beginnen wir doch mit meinem Mitbewohner:

die Zwei Mit Julien habe ich wirklich den Hauptgewinn unter den Mitbewohnern gezogen!

Nicht nur, dass er mich am ersten Abend gerettet hat, nein, als ich ankam hatte ich ein gemachtes Bettchen, gleich am zweiten Tag (20.03.) kam er in seiner Mittagspause extra heim um zu sehen ob es mir denn gut geht und ich irgendetwas brauche. Wir haben gleich beschlossen, dass wir alles Zeug in der Küche etc. teilen und überhaupt sind wir uns im Lebensstil einig! Abends kam er dann auch noch früher nach Hause, um mir erst einmal die Stadt zu zeigen. Das Ergebnis sieht man so ein bisschen auf den Fotos:

Aussicht von der Basilique Notre Dame de Fourvière. rechts noch einmal Fourvière

Danach haben wir erst mal einen indischen Kebab gegessen - ja sowas gibt es und es schmeckt ausgezeichnet!Abends haben wir The Artist angesehen. Das war entspannend - ein französischer Stummfilm, eine kleine Pause. Begleitet übrigens von feinem Weisswein aus Juliens cave ;)

Ansonsten war ich davor natürlich auch selbst in der Stadt unterwegs, hauptsächlich im 2. und 1. Arrondisment. Der tollste Laden den ich entdeckt habe bisher, ist eine Konserverie:

La Vieille Conserverie

Besonders empfehlenswert ist Salidou "caramel au beurre  salé" - gesalzene Butter-Karamell-Crème, die herrvoragend als Schokoladenfüllung schmeckt. Man kann sie dort aber auch Flaschenweise kaufen ;)

Jedenfalls habe ich mit der netten Madame, die den Laden wohl führt, einen angeregten Plausch über Konserven geführt und sie hat sich sehr gefreut, dass sogar Deutsche Salidou kennen und mögen! "À bientôt" hat sie zum Abschied gesagt und meine Antwort: "Bien sûr!"

Und dann habe ich das Saône-Ufer erkundet. Wunderschön! Die Sonne hat auch für mich geschienen, so wie man das aus dem Französischbuch eben kennt!

Le quai de Saône Die Aussicht auf die andere Seite... Malerisch, oder? und zu guter Letzt!

Da war es dann genau

Jetzt ist erst mal Zeit pour se reposer! Bonne soirée meine Lieben!

Donnerstag, 22.03.2012

Kapitel 1 - Die spektakuläre Anreise und Ankunft

Ich denke ich beginne mit dem ursprünglichen Plan:

Samstag, den 17.03. sollte es mit meinem Besten auf die Piste gehen. Unsere Tour de France - nach Paris und von da nach Lyon... leider kann man gegen Fieber und Schüttelfrost nichts machen und so wurde die Gitte von mir bepackt und es sollte Montag losgehen.

Welchem Zufall ich es verdanke weiss ich nicht, aber ich habe vorher versucht das Ziel "Lyon" in mein Navi einzugeben.

Ergebnis: es kennt Frankreich, jedoch nur 2 kleine, unbedeutende Städte... nur für alle die jetzt denken ich wäre doof - NEIN - ich habe das komplette Europa-Paket erstanden und es muss sich um einen Softwarefehler handeln!

Wie auch immer - aus der geplanten Abfahrt um 10:00 wurde 14:30. Alle Hilfe von Hagen und Uli (DANKE) war vergebens und auch das Navigon und mein Schrott-iPhone wollten nicht zusammen arbeiten.

Bewaffnet mit dem Ausdruck von Google-Maps und dem Mut einer Verzweifelten verließ ich schlussendlich mein Zuhause gen A8.

Die Route

Dann lief alles ganz entspannt - bis Lyon muss man nicht viel können, aber dann! Leider bin ich einmal zu früh auf eine andere Autobahn als empfohlen - die A39, die führte mich natürlich von einer anderen Seite nach Lyon - ohne das ich wusste wie ich dann von da zu meiner Adresse finden sollte! Ich hielt mich immer in Richtung Zentrum und war dann verloren in den Einbahnstraßen links und rechts der Rhône... Ich kannte die Straßen sogar schon - als Fußgänger, von meinen beiden Besuchen bei den Kollegen, aber mit dem Auto?!

Ok - also Warnblinker, rechts ran (immerhin, das scheint hier normal zu sein und braucht einen nicht zu kümmern ;)  ) und den noch recht unbekannten Mitbewohner anrufen - um 22:30! Lost in Lyon!

Und Tatsache, nachdem er mich angewiesen hatte, doch in Richtung einer großen Sehenswürdigkeit zu fahren und da zu warten, tauchte ein silberner Peugeot 206 auch schon 15 Min später auf und lotste mich sicher nach Hause, Parkplatz vor der Wohnungstür! Gepäck via Wintergartenfenster in die Wohnung, Fahrrad in den Fahrradkeller. Fertig! Je suis à Lyon, à la maison!

So war das... erster Abend in Lyon!

Gitte in der neuen hood! und da steht sie jetzt, ich wette, die ganzen Typen um sie rum machen ihr schon schöne Augen ;)

Hier noch ein paar Eindrücke des appartements:

la cuisine le living l'entrée ma chambre mon lit et des choses...